GV "Glück auf " 1949 Grube Messel e.V.
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Gemischter Chor "Glück auf"

Chormitglieder

 
 
Alt:
Linda Efler, Annelie Fuhrmann, Claudia Graf, Heide Haß, Irene Kahlert, Margit Kappes, Gabi Mößle, Ulrike Schäfer
 
Sopran:
Joanna Anthes, Bärbel Beichler, Friederike Fritz, Katja Keilbach, Antje Klapp, Nicole Lies, Irene Markowitz, Rosmarie Odenthal, Christiane Ostersetzer, Maria Schmidt, Andrea Stork
 
Bass:
Rainer Benkel, Bernd Boxberger, Berthold Günther, Horst Krieger-Schätzle, Manfred Mößle, Volker Stork
 
Tenor:
Hans Günter Abt, Dieter Graf, Josef Odenthal, Torsten Schröder, Toni Tengler
 

Presseecho Chorprojekt "Das waren noch Zeiten"

Darmstädter Echo 21.06.07

Mit „Glück auf“ in die Sechziger

Projekt: Der Messeler Gesangverein probt alte Schlager, Seemannslieder und Popsongs

MESSEL. Frühe Beatles- und Rolling Stones-Songs, Seemannslieder von Freddy Quinn oder Hits von Drafi Deutscher: „Das sind Lieder, die haben wir alle noch im Ohr, damit ist man aufgewachsen“, sagt Berthold Günther vom Messeler Gesangverein „Glück auf“. Im „Projekt Sixtees“, das der Gesangverein derzeit mit alten Schlagern und englischer Popmusik aufzieht, proben drei Generationen gutgelaunter Sänger zusammen. „Ein bisschen Nostalgie ist schon dabei“, sagt Günther, Jahrgang 1952, der im zweiten Bass mitsingt. „Solche alten Schlager höre ich gern im Radio. Heute gibt es ja gar keine gescheite Musik mehr“, amüsiert sich Bernd Boxberger, geboren 1985, dem die neue deutsche Welle überhaupt nicht gefällt. „Dann schon lieber diese Dialektsachen aus der Kölner Ecke“, sagt das jüngste Chormitglied.

Dass neben englischen Schlagern, wie „Lollipop“ von den Chordetts, auch deutsche Schlager wie „Über sieben Brücken“ Klasse haben, finden viele Sänger der mittleren Generation wie etwa Joachim Fuhrmann, aber auch die älteren Damen vom Sopran. „Klar sind das schöne Lieder“, meint Wilma Enders (Jahrgang 1935), Chormitglied seit 38 Jahren, die sich englische Texte in Lautschrift aufschreiben lässt. Das lerne man dann eben auswendig. „In den Sechzigern hatte ich schon Mann und Kind“, erinnert sich Irene Markowitz (Jahrgang 1931), die älteste im Projektchor. Mit englischen Texten hat die Messelerin kein Problem – sie ist es, die Beatles-Texte für Wilma Enders aufschreibt und notfalls mit ihr einübt. Es ist ein fröhlicher Club, der zur Sonderprobe in der Sängerhalle mit Dirigentin Iskra Valtcheva Tonleitern auf- und abwärts intoniert, Texte rhythmisch spricht und vierstimmig alte Schlager schmettert. Mit Hingabe singen an die 30 streng geschulte Sänger Lieder wie „Weine nicht, wenn der Regen fällt“ und legen viel Gefühl in „Alles, alles geht vorbei“ – ein Spaß eben, wie alte und neue „Glück-auf“-Mitglieder versichern.

„Schwierig wird es erst, wenn man diese Lieder im vierstimmigen Chorsatz singt“, bekennt Berthold Günther, Chormitglied seit fast 20 Jahren. „Auch Schlager und Popsongs sind eine Herausforderung, wenn wir es gut machen wollen“, betont Dirigentin Iskra Valtcheva.

Ziel des Projekts, das mit einem großen Konzert am 30. Juni seinen vorläufigen Abschluss findet: „Wir wollen etwas auf die Beine stellen, das allen generationsübergreifend Spaß macht“, sagt Initiatorin und Vereinsvorsitzende Claudia Schmidt. Bisher haben sich vierzehn neue Sänger „Glück auf“ für das „Sixtees“-Projekt angeschlossen. „Das ist für uns ein Riesenerfolg. Vor allem über die Männerstimmen freuen wir uns“, sagt Schmidt. „Die Probenatmosphäre, eine temperamentvolle Chorleitung und das gute Klima“ gefallen Rainer und Karin Benkel, beide Neumitglieder, besonders.

Das Chorprojekt „Das waren noch Zeiten – die sechziger Jahre“, bei dem „Glück auf“ und das Vokalensemble „Urpferdchen“ auch alte Wochenschauen und Werbespots der sechziger Jahre vorstellen wollen, wird mit Tanzeinlagen des Tanzsportclubs „Fossilization“ unterstützt.

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Darmstädter Echo 05.07.07

Schokoladenseite einer Ära

Gesangsprojekt: „Glück auf“ Grube Messel lässt die sechziger Jahre wiederaufleben – Konzert mit Liedern und Parodien reißt das Publikum in der ausverkauften Sängerhalle mit

GRUBE MESSEL. Es ist die heiter beschwingte, ja fast die Schokoladenseite einer Ära, an die der Gesangverein „Glück auf“ Grube Messel mit seiner Retro-Revue „Das waren noch Zeiten – die sechziger Jahre“ erinnert: der zehnmillionste VW-Käfer rollt in Wolfsburg vom Band, wie die „Wochenschau“ jubelt, Fernsehreklame verheißt, wie strohblonde Wickelkinder sich auf „Alete“-Breichen freuen und schneeweiße Matrosenhemden, mit „Persil“ gewaschen, im Sonnenwind fröhlich auf der Leine flattern.

„Wir wollten mit unserem Projekt eine Zeit wieder aufleben lassen, die die Älteren in unserem Chor noch kennen, eine generationsübergreifende Zeitreise in die Elterngeneration unternehmen“, sagt Vereinsvorsitzende Claudia Schmidt. „Und dabei an die Musik jener Jahre, an filmische Kostbarkeiten und sonstige Genüsse erinnern.“

Weite Röcke, groß gemusterte knallbunte Kleider, Stirnbänder und Stöckelpumps mit Pfennigabsätzen haben die Sängerinnen aus Kleiderschränken im Familienumfeld gekramt, alte Platten gehört und sich an Stars erinnert, die Schlager- und Fernsehgeschichte schrieben. Etwa der stimmgewaltige Freddy Quinn, dem man sein „Heimweh“ abnehmen konnte, oder Drafi Deutscher, der eigentlich nur einen einzigen Hit landete – und unvergessen bleibt. Für Dirigentin Iskra Valtchewa, erst seit den Neunzigern in Hessen, stellte sich die Zeitreise ins Deutschland der Sechziger als „neue Entdeckung“ heraus – Musikstile und angloamerikanische Einflüsse, „die wir uns gemeinsam erschließen müssen“, so die gebürtige Bulgarin, die das Chorprojekt mit vielen Sonderproben einstudierte.

Erste Beatles-Hits, die aus England herüberschwappten, und die Schnulze „Marina, Marina, wunderbares Mädchen“ von Rocco Granata hatten sich die „Urpferdchen“, das Vokalensemble des Chors, vorgenommen – allesamt Sänger, die die Sechziger-Ära bestenfalls als Kinder erlebt haben und ihre Songs mit einem entsprechend distanzierten Schuss Ironie vortrugen.

Vom „Projektchor“, der sich mit 14 Neu-Mitgliedern eigens für den Abend gegründet hatte, kam mit „Lollipop“, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ und „Dadoorunrun“ Pep und Schwung auf: allein die Masse von mehr als 30 Sängern und ihr Enthusiasmus rissen das Publikum in der ausverkauften Messeler Sängerhalle mit.

Schöne alte Ohrwürmer, wenn auch nicht alle aus den Sixtees, steuerte der gemischte Chor der „Sängerlust 1892 Arheilgen“ bei: den Darmstädter Chor, wie „Glück auf“ ebenfalls dirigiert von Iskra Vatlchewa und mit den Messelern durch viele Gemeinschaftskonzerte verbunden, scheint die „Retromanie“ genauso angesteckt zu haben.

Wie das Fernsehen der sechziger Jahre geflimmert haben mag, darüber konnten die Spaßmacher von „Glück auf“ nur spotten: Willy Millowitsch tauchte in Bernd Boxbergers Parodie recht schemenhaft aus der Versenkung, und Live-Reklame für einen Gin, so mild, dass man ihn Kindern zum Frühstück reichen darf, verführte Berthold Günther zur Vorführung eines Alkoholikers im Dienst am Kunden.

Weitere Gäste des Abends: der Tanzsportclub „Fossilization“ mit schicken Choreographien aus dem Musical „Chicago“ und die Bensheimer Formation „Tango Marcando“ mit mitreißenden Kompositionen von Astor Piazzola, Matos Rodriguez und Rosita Melo.

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